13.03.1941 – 03.01.2026
Mit großem Bedauern nehmen wir Abschied von Joseph Hörnschemeyer, einem langjährigen und hochgeschätzten Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wallenhorst. Am 3. Januar 2026 ist unser Ehren-Gemeindebrandmeister, ehemaliger Brandabschnittsleiter-Süd und stellvertretender Kreisbrandmeister im Alter von 84 Jahren verstorben. Sein Leben war geprägt von großem Engagement für die Gemeinschaft und die Feuerwehr, in der er sich seit seinem Eintritt im Jahr 1956 vielfältig einbrachte.
Joseph Hörnschemeyer wurde am 13. März 1941 in Wallenhorst geboren. Schon als Jugendlicher trat er auf Anregung seines Ausbildungsmeisters in die Feuerwehr ein und wurde zu einem der prägenden Gesichter der Wallenhorster Blauröcke. Über viele Jahrzehnten hinweg prägte er das Feuerwehrwesen und setzte sich mit großem Einsatz für den Brandschutz und das Wohl der Gemeinde ein.
Ein Leben im Zeichen der Feuerwehr
Am 1. Oktober 1956 trat Joseph Hörnschemeyer in die Freiwillige Feuerwehr Wallenhorst ein. Was damals als bloßes Hobby begann, entwickelte sich schnell zu einer lebenslangen Leidenschaft. Bereits im jungen Alter zeigte er außergewöhnliche Fähigkeiten und eine große Verantwortung für das Wohl seiner Mitmenschen. Der Brandmeister war mehr als ein Titel für ihn; es war eine Aufgabe, eine Lebensaufgabe, der er sich mit unermüdlichem Eifer widmete.
Besonders prägend für seine Laufbahn war seine Ernennung zum Gemeindebrandmeister im Jahr 1963. Mit 22 Jahren war Joseph Hörnschemeyer der jüngste Gemeindebrandmeister im damaligen Landkreis Osnabrück. 27 Jahre war er Gemeindebrandmeister. Unter seiner Leitung wuchs die Feuerwehr Wallenhorst nicht nur in ihrer Mitgliederzahl, sondern auch in ihrer Ausstattung und Organisation. Eine wichtige Aufgabe stellte sich ihm nach der Gebietsreform 1972, galt es doch, die beiden Ortsfeuerwehren Wallenhorst und Rulle als erster gemeinsamer Gemeindebrandmeister zusammenzuführen.
Mehr als 2500 Einsätze absolvierte er während seiner aktiven Zeit, stets mit dem festen Glauben an die Bedeutung von Teamarbeit, Verantwortung und der Hilfe für andere. Im Anschluss an die Tätigkeit als Gemeindebrandmeister war Joseph Hörnschemeyer von 1990 bis 2002 für zwölf Jahre Brandschutzabschnittsleiter-Süd sowie stellvertretender Kreisbrandmeister.
Joseph Hörnschemeyer war ein Mann, der wusste, wie wichtig es ist, mit der Zeit zu gehen. Doch auch in einer Zeit, in der die Feuerwehr zunehmend technisiert und professionalisiert wurde, hatte er stets ein Auge für das Wesentliche: den kameradschaftlichen Zusammenhalt und den unerschütterlichen Geist der Freiwilligkeit. Auch nach seiner aktiven Dienstzeit blieb er der Feuerwehr stets verbunden und wurde 2005 zum Ehren-Gemeindebrandmeister ernannt, eine Auszeichnung, die seinen außergewöhnlichen Beitrag zur Feuerwehrarbeit in der Gemeinde Wallenhorst würdigte.
Auch von anderer Seite wurde Joseph Hörnschemeyer für seinen unermüdlichen Einsatz für das Feuerlöschwesen vielfach geehrt. Bereits 1976 erhielt er das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, gefolgt von der Niedersächsischen Gedenkmedaille für die Waldbrandkatastrophe 1975. Mit der Florianmedaille der NJF, dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold und den Ehrungen für 25, 40, 50 und schließlich 60 Jahre Mitgliedschaft im niedersächsischen Feuerwehrwesen wurde sein langjähriger Einsatz für das Gemeinwohl eindrucksvoll gewürdigt. Joseph Hörnschemeyer steht für ein bleibendes Vorbild für Pflichtbewusstsein, Mut und Kameradschaft.
Feuerwehrgeschichte hautnah erlebt
Joseph Hörnschemeyer war ein Zeitzeuge der bedeutenden Veränderungen, die die Feuerwehr Wallenhorst im Laufe der Jahre durchlebte. Als junger Feuerwehrmann erlebte er, wie das erste moderne Tanklöschfahrzeug in den 1950er Jahren beschafft und die erste Motorpumpe in Betrieb genommen wurde. Sein erster Einsatz blieb ihm immer in lebhafter Erinnerung. Besonders im Gedächtnis bleibt seine Erzählung über die Zeit des alten Spritzenhauses, das 1968 dem Bau der Umgehungsstraße B68 zum Opfer fiel. Beim notwendigen Neubau eines Feuerwehrhauses war er aktives Bindeglied zwischen Planer und dem Feuerlöschverband als Träger der Baumaßnahme.
Ein Handwerker mit Herz
Als Schuhmachermeister führte Joseph Hörnschemeyer ein Schuhgeschäft mit angeschlossener Werkstatt, die Tätigkeit für die Freiwillige Feuerwehr übte er daneben ehrenamtlich aus. In seiner Werkstatt fertigte er nicht nur Schuhe, sondern hier entstanden auch Freundschaften. Denn wie er selbst oft erzählte, hatte er für die Menschen in Wallenhorst nicht nur „Schuhe repariert“, sondern mit ihnen auch „Verbindungen geknüpft“. Wer zu ihm kam, fand nicht nur handwerkliche Qualität, sondern auch einen Freund und Ratgeber.
Ein Mensch der Gemeinschaft
Was Joseph Hörnschemeyer auszeichnete, war seine ausdauernden Anstrengungen für die Gemeinschaft. Er war ein Mann der Tat und der Verantwortung, immer bereit, für das Wohl seiner Mitmenschen einzutreten. Seine Familie war ihm immer ein wichtiger Halt. Es machte ihn stolz, dass auch sein Sohn und sein Enkel sein Engagement als aktive Feuerwehrkameraden teilen.
Ein Leben, das Spuren hinterließ
Der Tod von Joseph Hörnschemeyer hinterlässt eine große Lücke in unserer Feuerwehrfamilie. Sein unermüdlicher Einsatz, seine Erfahrung und sein Wissen werden uns allen fehlen. Doch in den Erinnerungen und Geschichten, die wir mit ihm teilen durften, lebt er weiter. Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wallenhorst, die das Glück hatten, mit ihm zusammenzuarbeiten, werden ihn nie vergessen.
Im Namen der Freiwilligen Feuerwehr Wallenhorst sprechen wir der Familie und allen Angehörigen von Joseph Hörnschemeyer unser tiefstes Mitgefühl aus. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Ruhe in Frieden, lieber Joseph – du hast einen bleibenden Eindruck in unserem Leben hinterlassen.
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.
Freiwillige Feuerwehr Wallenhorst
04. Januar 2026
